Projekt

Lagarde-Campus

Beschreibung

Auf dem Gelände der ehemaligen Lagarde Kaserne in Bamberg entsteht seit März 2021 das größte innerstädtische Geothermiefeld Deutschlands.

Standort

Bamberg

Auftraggeber

STWB Stadtwerke Bamberg GmbH

Technische Umsetzung

  • 11.000 m² Kollektorfläche unter Gebäuden in Beton eingebettet
  • 9.000 m² Kollektorfläche in der Freifläche
  • in Kombination mit Sonden, BHKWs und Abwasserwärmerückgewinnung

Fertigstellung

2023

2014 ging nach über 69 Jahren eine Ära in Bamberg zu Ende: Die Kaserne der U.S. Army, die Warner Barracks, schließt für immer. Was passiert nun mit dem riesigen Areal, wenn „die Ami“ weg sind? 2017 hat die Stadt Bamberg das ehemalige Kasernengelände erworben und wandelt nun einen Teil davon in ein zukunftsweisendes Stadtviertel um. Auf rund 20 Hektar der Konversionsfläche entsteht der Lagarde-Campus.

Das zukunftsweisende Stadtquartier soll Platz zum Leben und Arbeiten sein. Neben einem Gründerzentrum, dem Medical Valley Center Bamberg und anderen Gewerbeflächen, wie Büroräumen oder Cafés, entstehen Wohnungen für rund 2.400 Menschen.

Dabei soll das neue Quartier zu einem der energieeffizientesten Deutschlands werden. So wird ein Großteil der Wärme aus regenerativen Quellen stammen. Im urbanen Raum ist Platz Mangelware, weshalb sich die Stadtwerke Bamberg, die mit der Erschließung des Gebietes beauftragt sind, für ein Zusammenspiel aus mehreren Energieerzeugern entschieden. Die Neubauten werden über ein Kaltes Nahwärmenetz mit Kälte und Wärme versorgt. Als Wärmequellen dienen ein Erdsondenfeld, Abwärme aus Gewerbebetrieben, ein Wärmeübertrager im kommunalen Abwasserkanal und Erdkollektoren der Fa. Steinhäuser. Um die vorhandenen Flächen möglichst effizient zu nutzen, werden die Kollektoren auch unter den Gebäuden verlegt. Dafür werden sie direkt in die Beton-Bodenplatten der jeweiligen Gebäude eingegossen. Ebenso werden die Grünflächen in den Innenhöfen der Gebäude geothermisch genutzt. Zusammen bilden die Erdkollektoren das größte innerstädtische Geothermiefeld Deutschlands.

Zusammengeführt werden die unterirdischen Energiequellen in der Energiezentrale der Stadtwerke Bamberg. Diese liegt zentral im Plangebiet und wurde ebenfalls mit Boden-Klima-Tauschern und zusätzlich mit Messtechnik im Erdreich ausgestattet. Die Daten der Sensoren werden an die Leittechnik, das „Gehirn“ der Anlage, in der Energiezentrale geleitet. Dort werden sie ausgewertet und dienen zum Monitoring und Optimieren der Anlage.

Von der Energiezentrale aus wird die Wärme- und Kälteenergie über ein unisoliertes Rohrleitungsnetz, dem Kalten Nahwärmenetz, zu den Gebäuden geleitet. Für das Heizen und Erwärmen von Brauchwasser kommen dort dezentrale Wärmepumpen zum Einsatz. Als Hilfsenergie für die Wärmepumpen dient Sonnenstrom, den Photovoltaikanlagen auf den Dächern liefern.

Für die Konzeption und Umsetzung dieses Modellvorhabens profitieren die Stadtwerke Bamberg vom Förderprogramm „Modellvorhaben Wärmenetzsysteme 4.0“ des Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Seit März 2021 ist die Firma Steinhäuser im Südwesten des Plangebietes tätig. Weitere Energiefelder folgen. Das Ende der Kollektorverlegung ist für das Jahr 2023 geplant.

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